Carolin Schnabel 

Carolin Schnabel, in Berlin geboren, ist Sängerin, Komponistin und Musikpädagogin, die ihre Liebe zur Musik früh entdeckte. Schon als Kind tauchte sie in die Welt der Klänge ein, fasziniert vom Imitieren und Experimentieren mit ihrer Stimme. Ein Schlüsselmoment war das Geschenk ihres Großvaters – ein altes Keyboard, das sie mit acht Jahren erhielt. Es eröffnete ihr die Welt der Instrumentalmusik und führte dazu, dass sie sich autodidaktisch Gitarre beibrachte und in verschiedenen Bands als Gitarristin und Backgroundsängerin spielte. Mit 15 Jahren finanzierte sie sich ihren ersten Gesangsunterricht aus ihrem Nebenjob und fand im Jazz ihre musikalische Heimat.

Nach dem Abitur begann Carolin eine Ausbildung zur Erzieherin, arbeitete 1,5 Jahre in diesem Beruf und setzte ihr Studium in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität fort. Doch ihre Leidenschaft zur Musik ließ sie nicht los. Ein inspirierender Moment während einer Vorlesung führte dazu, dass sie ihr Studium aufgab, um ihrer wahren Berufung zu folgen. Sie bewarb sich bei der Studienvorbereitung in Berlin-Kreuzberg, wo sie ihr Wissen in Klavier, Musiktheorie und Gehörbildung vertiefte.

2015 begann Carolin ihr Studium im Jazzgesang am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, das sie 2021 erfolgreich abschloss. Während dieser Zeit lernte sie bei namhaften Lehrkräften wie Simin Tander, Esra Dalfidan und Tobias Christl und nahm an Workshops von renommierten Künstler:innen wie Jay Clayton, Lee Konitz und Antonio Sanchez teil.

Seit 2017 ist Carolin als Dozentin für Gesang, Songwriting und Musiktheorie am Streetcollege Berlin tätig und unterrichtet auch privat. Gemeinsam mit Elsa Johanna Mohr, Lena Senge und Melanie Ring gründete sie den Workshop Körper und Stimme, in dem sie ihre Expertise in Meditation und Stimme einbringt. Parallel dazu arbeitet sie als Co-Songwriterin und kuratierte gemeinsam mit Luka Kleine das POLYCHROM Jazz Open Air in Osnabrück von 2019 bis 2021.

2020 gründete Carolin ihr eigenes Projekt LūX, ein musikalischer Meltingpot aus Free Jazz, Groove und elektronischen Elementen, der sich mit feministischen und globalen Themen auseinandersetzt. Für LūX erhielt sie eine Förderung der Initiative Musik, die es ihr ermöglichte, das Debütalbum 2022 zu veröffentlichen.

Ihr künstlerisches Schaffen ist geprägt von der Suche nach neuen Klangwelten. 2022 konzentrierte sich Carolin verstärkt auf die Klangforschung und experimentierte mit elektronischen Effektpedalen, um ihre Stimme zu verfremden und vielfältige Soundmöglichkeiten zu erschaffen. Sie konzipierte die Reihe CONVERSATIONS, in der sie in Dialog mit anderen Künsten und Instrumenten tritt – darunter Künstlerinnen wie Saxophonistin Stephanie Conrad und Tänzerin Amara Lea Thomas Saavedra.

Die Verbindung unterschiedlicher Kunstformen ist eine wesentliche Inspirationsquelle für Carolin Schnabel. Für LūX arbeitete sie mit dem Audio-Visual-Künstler Bileam Tschepe (Elektronaut) zusammen, um ein einzigartiges audiovisuelles Erlebnis zu schaffen, das auch Hörer:innen , denen experimentelle Musik fremd ist, einen Zugang bietet. Dieses Projekt wurde 2022 im The Lighthouse Of Digital Art uraufgeführt.